Geschichte der Schule

Wer den Werdegang der Industrieschule über die Oberrealschule bis zum mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium der Kantonsschule Rämibühl verfolgt, überblickt rund 175 Jahre Bildungsgeschichte des Kantons und der Stadt Zürich.

Wie das Gymnasium war die Industrieschule ein Werk der vom liberalen Bürgertum getragenen Regeneration von 1830/31. Sie wurde am 22. April 1833 mit einer Feier in der französischen Kirche eröffnet. Für die Zukunft der Schule bedeutsam waren gymnasiale Reformbestrebungen, die nach dem Ersten Weltkrieg Bewegung ins Schulsystem brachten. Die Diskussion über eine neue Maturitätsanerkennungsverordnung (MAV) zog sich über Jahre hin, bis der Bundesrat schliesslich 1925 eine Neuregelung genehmigte: Dadurch wurden die drei Maturitätstypen des Literargymnasiums (A), des Realgymnasiums (B) und der Oberrealschule (C) eidgenössisch anerkannt. Diese Revision drückte den Wandel von einer mathematisch-technischen Industrieschule zu einer Mittelschule aus, die es sich zur Aufgabe machte, die Schüler für alle modernen wissenschaftlichen Studien vorzubereiten.

Vom Schuljahr 1928/29 an führte die Schule offiziell den Namen Kantonale Oberrealschule Zürich. Die Oberrealschule trat als gefestigtes Gebilde mit klarer gymnasialer Ausrichtung ins Leben, als eine kleine Schule mit insgesamt zehn Klassen. Die Schule galt als streng; die Leistungsanforderungen waren wie am Gymnasium einer eigentlichen Elite angemessen. Seit den frühen Nachkriegsjahren hat sich das Bild der Oberrealschule sehr stark gewandelt. Daran waren nicht in erster Linie organisatorische Änderungen schuld, sondern vielmehr der Übergang von der verhältnismässig kleinen Schule mit 2-3 Parallelklassen zu einem Grossbetrieb mit über 800 Schülern in bis zu neun Parallelklassen.