Bildnerisches Gestalten am MNG

Unsere Welt ist geprägt von Bildern: als Informationsträger in den Medien oder als Illustration in Schulbüchern, aber auch in der Forschung, als Politpropaganda oder als gestalteter Gebrauchsgegenstand. In einer Welt, die in diesem Ausmass eine gestaltete ist, ist ein kompetenter Umgang mit Bildern und Gestaltung aller Art wichtiger denn je. Nicht nur Texte, auch Bilder muss man interpretieren lernen. Man spricht in diesem Zusammenhang von "visual literacy".

Die praktische Auseinandersetzung mit Material, Form und Farbe und die Anwendung traditioneller und digitaler Werkzeuge schafft Kompetenzen, selbst Bilder herzustellen, und schärft gleichzeitig die Sinne für das "Lesen" und Interpretieren von bestehenden Bildern. Auch werden Phänomene in Kunst und Gestaltung an historischen und aktuellen Beispielen untersucht und diskutiert.

Gestalten ist eine Möglichkeit, sich der Welt anzunähern und sie wiederzugeben, eine Möglichkeit, sich mit ihr (und sich selbst) auseinanderzusetzen und natürlich auch eine Möglichkeit, den eigenen Vorstellungen, Fragen und Werten Ausdruck zu geben. Im Arbeitsprozess ist Selbständigkeit gefragt: Es gilt, eigene Fragestellungen zu entwickeln, sich Ziele zu setzen, Entscheide zu treffen und die eigene Arbeit kritisch zu reflektieren.

Innovation ist in der zeitgenössischen Kunst und Gestaltung ein zentraler Begriff. Die Kunst und Gestaltung bietet Platz für Persönliches, Nicht-Allgemeingültiges, Diffuses, offene Fragen, ungelöste Probleme, Paradoxes, Mehrdeutiges und Unfassbares.

In den ersten zwei Jahren erfolgt die Ausbildung im Rahmen des Grundlagenfachs. Danach können die Schülerinnen und Schüler verschiedene Kurse belegen, welche sie aus einem grossen Angebot gewählt haben. Damit haben sie die Möglichkeit, ihre Kenntnisse in Gebieten wie beispielsweise der Fotografie, des Films oder der Architektur zu vertiefen und erweitern. Zusätzlich fördern interdisziplinäre Projekte wie Robotik die gestalterische Kompetenz in einem umfassenden Sinn.

Eine breit angelegte Infrastruktur ermöglicht Projekte in den verschiedensten Techniken und Medien. So bietet zum Beispiel das Pixellabor – eine zweimal wöchentlich geöffnete Computerwerkstatt - Angehörigen der Schule Unterstützung in technischen und gestalterischen Fragen.